die StadtAgenten
Cottbus e.V.

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2006

1. Ostseefest 2006

Das 1. Ostseefest am 25. Juni 2006

Im März 2006 wurde der erste Masterplan "Cottbuser Ostsee" beschlossen. Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit initiierte die Stadt Cottbus in Kooperation mit Vattenfall und der IBA Fürst-Pückler-Land das Ostseefest. Die StadtAgenten nahmen mit einem eigenen Stand am Fest teil. Besuchende waren aufgefordert, Ideen für die Gestaltung des künftigen Weges aus der Stadt zum See zu entwickeln, dem sogenannten Parkway. Objekte und Bilder wurden gestaltet und zu einem symbolischen Parkway aufgereiht.

 

dSA-Stadtteillladen in Schmellwitz

Stadtteilladen Schmellwitz 2006-2008

Hintergrund
Mit der Vorbereitung des Stadtumbaus in Neu-Schmellwitz wurde im Jahr 2004 durch die Stadtverwaltung begonnen. Ziel- und Handlungsrahmen für die Steuerung des Prozesses bis zum Jahr 2013 bildet das entwickelte Teilräumliche Konzept Neu-Schmellwitz, in dem das Leitbild, die Handlungskonzepte, der Maßnahmenplan und die Stadtumbaupartner abgebildet sind. Über die baulichen Maßnahmen hinaus wurde die sozialverträgliche Begleitung und Betreuung von Bewohnern während des Um- und Rückbauprozesses immer deutlicher und notwendiger, denn bei vielen Schmellwitzern bestand, trotz der rückläufigen Entwicklungen durch den Rückbau von Wohnhäusern, eine große Bindung an ihren Stadtteil. Das Stadtumbaukonzept wurde öffentlich kontrovers diskutiert. Fehl- bzw. unvollständige Informationen bei den Neu-Schmellwitzern riefen Irritationen und Angste hervor. Es fehlte an einer Anlaufstelle im Stadtteil, die für jeden  Bewohner unkompliziert zugänglich und mit direkten Ansprechpartnern besetzt war.

Initiierung Stadtteilladen
Ein notwendiges Stadtteilmanagement existierte nur in sporadischer Form in Schmellwitz, meist in Form von Bürgerversammlungen oder Mitteilungen in der Presse durch das Stadtplanungsamt. Nach einer Anfrage der Cottbuser Baudezernentin Marietta Tzschoppe, sagte der Verein zu, sich beim Stadtumbau Schmellwitz zu engagieren. Für die Begleitung des Stadtumbaus mit nicht-investiven Maßnahmen wurde am 16. Juni 2006 der Stadtteilladen eröffnet. Es wurde damit eine stetige Anlaufstelle geschaffen, welche ein Informationsangebot und eine soziale Begleitung der Bewohner/innen abdeckte. Die StadtAgenten waren durch die Erfahrung innerhalb der Stadtwerkstatt 2005 sowie durch das Studium für diese Aufgabe gut vorbereitet. Berufliche Erfahrung existierte zwar nicht, jedoch ging der Verein unvoreingenommen und kreativ an die Aufgabe heran.

Arbeit im Stadtteilladen
dSA-Aufgabe war es in erster Linie, die Bewohnern zweimal wöchentlich zu festgelegten Zeiten (Sprechstunden) über die Stadtumbaumaßnahmen, deren Folgen und das Umzugsmanagement zu informieren. Die Aussagen wahrend der Gespräche mit den Bürgern wurden gesammelt, dokumentiert und wenn nötig an die jeweiligen Ansprechpartner weitergeleitet. Für die Informationsvermittlung nutzten wir unter anderem die plakative Darstellung der "Abrissgebiete", die Erstellung eines Faltblattes für jeden Haushalt oder zum Thema organisierte Ausstellungen. Die Arbeit beinhaltete des Weiteren den Austausch mit den Stadtumbaupartnern, der Stadtverwaltung und den Wohnungsunternehmen sowie den regelmäßigen Kontakt zu diversen im Stadtteil tätigen Akteuren. So nahmen wir zum Beispiel an den Sitzungen des Bürgervereins Schmellwitz und des offenen Netzwerks teil. Neben der Prozessbegleitung des Stadtumbaus wirkten wir als Verein unterstützend bei der Initiierung und Umsetzung von Projekten mit.

Projekte
Mit Beginn der Arbeit im Stadtteilladen wurde das Projekt Freiraum des ExWoSt - Forschungsfeld "Stadtquartiere im Umbruch" mithilfe eines Workshops in einem kleinen Areal des Stadtteils initiiert. Eingeladene Büros konnten Ihre Ideen für die Gotthold-Schwela-Straße "Der Stadtrand in der Transformation" vorstellen. Bei einem zweiten Termin war jeder aufgerufen seine Ideen einzureichen. dSA fiel vordergründig die Aufgabe zu, die Idee und das Ziel dieses Vorhabens den Interessierten zu vermitteln und auf das Thema aufmerksam zu machen. Die vorgelegten Ideen waren vielfältig und wurden teilweise auch in der Öffentlichkeit sehr kontrovers diskutiert. Um dieses und auch weitere Themen zu vertiefen, trafen sich mehrere Stadtteilakteure zu regelmäßigen Treffen, dem späteren offenen Netzwerk.

Offenes Netzwerk
Das  daraus konzipierte offene Netzwerk ist auch heute noch das zentrale Gremium zur Diskussion und Meinungsbildung im Stadtteil. Es begleitet sozial und kulturell den Stadtumbau. Es werden von den im Stadtteil tätigen Akteuren soziale Probleme erkannt, benannt und dann entsprechende Projekte angestoßen. Bei den Veranstaltungen wird auf das Miteinander aller Beteiligter gesetzt. In ihm sind die verschiedenen Interessengruppen vertreten: Vertreter der Wohnungswirtschaft, Bewohner und Vertreter des Bürgervereins, Stadtverwaltung, Vereine, freie Träger, Gewerbetreibende sowie Experten. Auch die StadtAgenten waren als Gründungsmitglieder regelmäßig bei den Treffen dabei.

Neben kulturellen Beiträgen ist die Vermittlung von Informationen in Bezug auf den Stadtteil ein wichtiger Bestandteil des offenen Netzwerkes. Gerade bei den "Hoffesten" und den "Begegnungen in Schmellwitz" hatten die StadtAgenten hier ihren Part. Bei diesen Veranstaltungen wurden auch Bürger über den Stadtumbauprozess aufgeklärt, die bisher nicht über den Stadtteilladen erreicht wurden. Auch im öffentlichen Umfeld wurde mit dem jährlichen Frühjahrsputz eine rege Bürgerbeteiligung erreicht. Ebenso aktiv waren die StadtAgenten an den Präventionsrundgängen mit den Revierpolizisten, Akteuren des offenen Netzwerk Schmellwitz und interessierten Bewohnern beteiligt.

Wie ging es weiter
Durch den Einzug der Projektleitung des Projektes ZiNS  in den Stadtteilladen im August 2007 konnten die Öffnungszeiten erweitert werden. Das Projekt ZiNS verfolgte das Ziel Menschen aus verschiedenen Ausgangssituationen in gemeinsame Aktivitäten, auch geförderte Arbeit, für ihren Stadtteil zu bringen. Die Aufgabe der Stadtagenten blieb erhalten.
Im Februar 2008 übernahm ein anderer Träger das professionelle Stadtteilmanagement im Rahmen der Städtebaufördermaßnahme "Soziale Stadt - Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf" für Neu-Schmellwitz. Die StadtAgenten Cottbus e.V. zogen sich aus ihrem Bereich des Stadtteilmanagements und der Beteiligung an der Informationsvermittlung im Stadtteilladen zurück.

Das haben wir erreicht
Mit der Platzierung des Stadtteilladens Neu-Schmellwitz als niederschwellige Anlauf- und Beratungsstelle vor Ort konnte ein Bewusstseinswandel der Bevölkerung angestoßen werden. Auch durch die Umsetzung kleiner integrativer Projekte kam es zu einer beginnenden Stabilisierung der baulichen und sozialen Verhältnisse in den Quartieren. Der Stadtteilladen ist bis heute als organisatorische Schnittstelle von Bewohnerbeteiligung, Projektentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung der Akteure vor Ort fortgeführt worden.